Das Betonschiff

Ein Betonschiff ist ein Schiff mit einem Rumpf aus Beton, der mit Stahl oder mit anderen geeigneten Bewehrungseinlagen versteift ist (Wikipedia).

Gibt es abstrusere Vorstellungen wie ein Schiff aus Beton? Wohl kaum! Jedenfalls fällt es mir schwer. Es gibt aber tatsächlich einige Vorteile gegenüber den bekannten Bauweisen aus Holz, Stahl oder Kunststoff:

  • sehr widerstandsfähig
  • kein Schädlingsbefall, wie etwa bei Holz
  • deutlich weniger Anhaftungen von Algen und Meerestieren
  • geringer Aufwände für Pflege und Instandhaltung

Natürlich ergeben sich auch Nachteile, wie:

  • deutlich höheres Gewicht
  • dadurch schlechtere Manövrierfähigkeit und
  • höhere Betriebskosten

Schon im 19.Jahrhundert erkannte man die Möglichkeiten und baute erste Boote z.B. in den Niederlanden und Italien. Im 20.Jahrhundert baute man auch in Deutschland erste Betonschiffe, was allerdings erst einmal nicht in einen Serienbau überging. Ab 1940, aufgrund veränderter Bauweise (Schalenbauweise) konnten man jedoch in Deutschland in Serie gehen. Es sollen wohl 50-200 Stück gewesen sein. Und kaum zu glauben, aber durch die lange Lebensdauer sind heute noch Betonschiffe im EINSATZ!

Einige „bekannte“ Betonschiffe liegen als Museumsschiffe oder Gastronomieschiffe in verschiedenen Häfen. Eines liegt vor Redentin auf einer Sandbank.

„Das Betonschiff von Redentin wurde zwischen 1943 und 1944 in Ostswine gebaut und sollte in Wismar ausgerüstet werden. Es strandete während der Überführung in der Wismarer Bucht vor dem ehemaligen Fischerdorf Redentin, heute Teil der Stadt Wismar (Stadtteil Wismar Nord), in der Nähe seines jetzigen Standorts. Vermutlich wurde es danach nie als Schiff, sondern nur als Lager genutzt. Bei dem Versuch, das Schiff in den 1960er Jahren in den Hafen von Redentin zu schleppen, lief es an seinem jetzigen Standort auf eine Sandbank auf.“ (Wikipedia)

Und genau das soll das Ziel unseres heutigen Ausfluges werden. Natürlich liegt hier einer der bekanntesten LostPlace-Caches. Die „Betonschiff-Crew“ war schnell zusammengestellt. Jeder mit unterschiedlichen Stärken, so dass dem Entern des Schiffes und dem Bergen des Caches nichts mehr im Weg stehen sollte.

Um 08:00 Uhr ging es aus verschiedenen Richtungen mit 4 Autos in Richtung Wismar. Reichlich ECA in den Autos verstaut, gut aufgeladene Akkus und leere Speicherkarten für mindestens 5 Kameras und natürlich Proviant für die Exkursion.

 

In Redentin angekommen, wurden die Sachen ausgepackt, sortiert, angezogen. Es wurde gegessen, getrunken und gefachsimpelt, nicht zu vergessen: auch viel gelacht. Wir stellten uns vor, wie echte Expeditionen aussehen mögen…

Letztlich ging es dann endlich los. Ein gutes Stück zu laufen war es schon und es war auch nicht wirklich ein Weg. Eher ein Feldrand, der mit unserem Geraffel etwas beschwerlich war. Aber immer die Küste und das Betonschiff im Blick, konnte uns das nicht weiter abhalten. Nach ca. 20 Minuten kamen wir am Wasser an und machten uns sofort an die Arbeit. Boote aufpumpen. Das hat eigentlich ganz gut geklappt, sogar eine Elektropumpe hatten wir dabei. „Nur“ ganz gut deswegen, weil das einzig motorisierte Boot von loggerimjogger wollte sich mit keinem vorhandenen Adapter anfreunden… Naja unsere beiden Hunde, Fiene und Bonny, bewachten alle Sachen, die am Ufer bleiben mussten, so auch das platte Boot. Somit wurde die „Fährlogistik“ kurz neu ausgetüftelt und die verbleibenden Boote mehr als geplant zum Personentransfer genutzt. Der Rest wurde geschultert oder im Wetpack durchs Wasser gezogen.

Alles verlief super. Am Schiff angekommen, konnten auch alle das Deck trockenen Fusses erklimmen. Und dann ging es los: DIE SUCHEREI! Alle Ecken und Winkel wurden begutachtet, grosse Frachträume inspiziert, grosse und kleine Luken wurden genutzt, um ins innere des Schiffes abzutauchen, auch wenn die Öffnungen manchmal kleiner waren, als sie aussahen…

Um unsere ca. 1,5 Std. auf dem Schiff abzukürzen, der Cache hat sich, wie schon in so vielen Logs vorher geschrieben, im letzten Loch, da wo man mit Sicherheit nicht rein will, versteckt. Die Frage war jetzt nur noch: wie und wer traut sich? Es wurde schlagartig still an Bord. Man hörte den Wind, die seichten Wellen, vielleicht sogar ein bißchen Möwengeschrei. Alles, was vorher nicht zu hören war!!  –  Unserem begeisterten Schnattern und Lachen und Freuen geschuldet… Wie in der Schule guckte der Eine den Anderen an und der wieder weg… Aber jetzt aufgeben? Die Zusammensetzung des Teams spielte uns jetzt wieder einmal in die Karten. Überlegen und souverän grinste der Mr.Geocowboy, lies uns mit erstaunten Blicken stehen und holte ganz lässig sein Kletterzeugs aus dem Rucksack. Unser ängstliches Schweigen wich dem ehrfürchtigem Schweigen. Wir schauten genau zu, keiner wagte mehr den dummen Spruch, den wir immer gerne auf den Lippen haben, denn uns war klar: unsere heutige Glückseligkeit liegt jetzt in den Händen eines Einzelnen.

Wie sich einige Zeit später herausstellen sollte, in guten Händen 🙂

Jetzt galt es nur noch den Heimweg unbeschadet zu überstehen. Einigen Höhenängstlern wurde erst jetzt bewusst, dass eine Leiter hochzusteigen um einiges erträglicher ist, als sie wieder hinabzusteigen. Aber auch das wurde gut gemeistert. Etwas höherer Wasserstand und ein paar Wellen machten den Heimweg dann etwas beschwerlicher, aber nach diesem Erlebnis wich das Grinsen noch lange nicht aus unseren Gesichtern.

Erschöpft, aber glücklich kamen wir ca. 4 Std. nach unserem Aufbruch wieder bei unseren Autos an. Der Nieselregen kam jetzt ganz langsam in Gang, so dass wir unser Bier genüßlich unter der Markise trinken konnten.

Wieder einmal geht ein Geocaching-Abenteuer zu Ende. Ein unvergessliches…

Zur Fotoshow mit weiteren tollen Bildern (LINK)

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Mein erster „Echtzeitcache“ (und ein Blogversuch)

Normalerweise verfasse ich erlebte Eindrücke mehr oder weniger kurz nachdem wir sie erlebt haben. Meist in Form eines längeren Berichtes mit Bildern. Jetzt starte ich den Versuch eines „Live-Erlebnis-Berichtes“. Ich werde über die einzelnen Schritte, wie wir an dieses Projekt gehen, immer sehr zeitnah und somit in mehreren (ich weiß noch nicht in wie vielen) Schritten dokumentieren…

Um was geht es bei unserem neuen Projekt? „Die Flut“ (GC68CEC) 

Ein Echtzeitcache, bei dem wir uns als Deichwächter in Hamburg beweisen müssen. Es werden mindestens 12 Teilnehmer benötigt für Innenteams und Aussenteams. Die Aufgaben werden auf Extraservern zur Verfügung gestellt und wie man sie löst, ist unserem Geschick überlassen. Als Zeitfenster werden 10 Stunden angegeben, wobei der Start um 08:30 Uhr ist. Keiner von uns hat so etwas schon mal gemacht und wir werden sehen, ob wir die angekündigte Sturmflut in den Griff bekommen.

 

Hier beginnt der TICKER:

19.04. 18:15
Einsatzzentrale (dedi1510) meldet sich zum ersten Mal. Deichwächter werden dringend gesucht. Gibt es Interessenten?

19.04. 18:16
Erste Rückmeldungen in der Whats App Gruppe: „Wann?“  „Geil“  „Dabei“  „Wann?“

20.04.
Die Teambildung beginnt. Bekannte und neue Helfer finden sich per Chat zusammen. Die Gruppe scheint es ernst zu meinen

21.04.
Erste Informationen sickern durch. Nicht jeder kann hier einfach mal sein Glück probieren, sondern muss über das Listing erst einmal herausbekommen, was zu tun ist.

Bald steht fest, dass sich weitere Informationen im Quelltext des Bilder verstecken. Diese Erkenntnis bringt uns dann auf weitere Webseiten, die uns das „Spiel“ erklären, etwas Angst machen, aber auch das Interesse anfeuern. Neben vielen Informationen wird auch klar, dass wir erst einmal einen Eignungstest bestehen werden müssen

22.04. 20:34
Verzweifelte Hilferufe von lustifcb pappen auf meinem Handy auf. „Eignungstest“ nicht bestanden –> Absage. Das fängt ja echt tricky an. Diverse Recherche-Arbeiten, Verschlüsselungen und Logikaufgaben müssen gemeistert werden.

22.04. 23:29
Eignungstest bestanden und die Erkenntnis „Das wird kein Spaziergang“ ist da.

Das ruft nach einer organisierten Whats App Gruppe, wobei die Cache-Owner zukünftig auf „Telegram“ weiterkommunizierend werden und das auch den Teilnehmern empfehlen. Auch eine konspirative Grillsitzung zum Kennenlernen wird angeregt, bevor wir uns ins Abenteuer stürzen

23.04. 13:00
Eine Sonder-Whats App Gruppe „Die Flut“ wird von mir eingerichtet. Alle Interessierten eingeladen und ab sofort werden hier alle Interessierten aufgenommen. Nach kurzer Zeit haben wir 15 freiwillige Helfer aufgenommen und starten jetzt konkreten Planungen (Termin, Vorbereitungen etc.)

25.04. 21:24
Termin steht –> am 15.07. werden wir Hamburg vor der grossen Flut retten. Das Ganze als „Pegelstürmer Ahnungslos“

24.06. 17:04
Wir haben etwas Zeit ins Land gehen lassen. Die potenziellen Teilnehmer hatten jetzt Zeit sich in die Materie, sprich Listing und Eignungstest, einzuarbeiten. Es war eher ruhig geworden. Heute startet loggerimjogger durch und gründet die „Telegram-Gruppe“ FLUT TEST. Die ersten Teilnehmer werden in die Gruppe geladen und diverse Vorplanungen beginnen.

25.06. 09:01
Aha, jetzt sind wir also noch 10 Teilnehmer 😦 Die Ersten hat es wohl gerissen, als sich die ersten Berichte und Logeinträge rumsprachen. Wir reden bei den Aussenteams (2 werden davon benötigt) von einer Wegstrecke von ungefähr 25km…

25.06. 14:13
Wir beschliessen auf Teammitgliedersuche zu gehen. Gleichzeitig wird der Gedanke eines Kennenlernen-Grillens geboren. Schließlich kennen sich zwar immer Einzelne, aber alle zusammen eben nicht.

26.06. 
Kennenlernen-Grillen wird terminiert auf den 09.07. und die ersten zusätzlichen Teammitglieder sind gefunden. Die Gruppenstärke steigt wieder.

29.06.
Zwei Muggel, die in Recherche-Arbeit richtig stark sein sollen, werden auch ins Team eingeladen. Unsere Gruppenstärke erreicht inzwischen locker die 20er Marke!!

30.06.
Der erste Kontakt zum Owner… Er informiert uns über den hervorragend ausgewählten Termin am 15.07. zusammen mit dem Hamburg-Triathlon und dem Schlager-Move. Er will Milde walten lassen, falls irgendwelche S- oder U-Bahnen nicht planmäßig fahren und informiert uns generös darüber, dass man diese Strecken auch zu Fuß bewältigen kann (hahaha). Kurzfristigen Unmutsäußerungen zur schlechten Terminplanung zum Trotz konnte lustifcb entgegnen, dass schließlich der Schlager Move verlegt wurde und nicht übersehen wurde.

30.06. 
Zur weiteren Vorbereitung gehört jetzt, die Übermittlung der Daten (Koordinatenformate etc.) zu checken. Allen Teammitgliedern den Messengerdienst „Telegram“ ans Herz zu legen und alle auf den gleichen Informationsstand zu bringen.

03.07. 
lustifcb versorgt alle Gruppenmitglieder über Telegram mit den aktuellen Infos: Bewerbung, Anleitung Deichverteidigung, Langzeitaufgabe, Organisation DV intern. Die Unterlagen sind ca. 50 Seiten stark und sollten von allen als Vorbereitung gut durchgelesen werden.

04.07.
Das endgültige Team steht: BoF-GB, lustifcb, C-C-L, Floeckchen, betacom, Jubaka, mobizi, Miroc21, Jojo289, Rinnsteinkatze, Peanuts4, Sibey, Hackmack, loggerimjogger, larsheike, cache-u-can und 4 weitere Partner. Somit haben wir eine schlagkräftige Truppe!

07.07. 09:15
Kurzfristig hatte ich die Idee eines Team-T-Shirtes für dieses aasgewöhnliche Vorhaben. Ein kurzer Telegramaufruf ergab breite Zustimmung. Die Gestaltung war schnell gemacht.

08.07. 10:27
Die Abstimmung des T-Shirt-Designs, die Abfrage der Kosten und der jeweiligen Größen, die Organisation unseres Kennenlernengrillens in unserem Garten usw. gestalten sich als guter Test der Kommunikation über Telegram. Alle haben es eingerichtet und man beschränkt sich auf das Wesentliche!

09.07. 14:00
Das Treffen beginnt. Fast alle sind gekommen, jeder hatte was zum Essen dabei. Nach kurzer Einführungsrunde war klar: die Truppe versteht sich! lustifcb und ich übernehmen kurz den organisatorischen Teil. Wer will ins Aussenteam, wer lieber innen? Wer übernimmt welche Rolle in den Teams? Welche Technik wird benötigt? Wann sind wo die Treffpunkte? Schnell wird klar, das wird nicht so im „Vorbeigehen“ erledigt.

Diverse Informationen wurden durch die Teammitglieder in der Zwischenzeit gesammelt und ausgetauscht. Kartenmaterial von den Deichschutzzonen von Jubaka organisiert. GPS-Tracking-Tools wie GLYMPSE werden auf die Handys gespielt.

Nach ca. 4 Stunden verabschieden wir uns alle mit dem guten Gefühl, dass wir Hamburg am nächsten Wochenende vor der angekündigten Sturmflut retten können.

Dann stellt BoF-GB die ernüchternde Frage: Wie läuft denn das eigentlich mit dem BONUS ? Wie? Was? Bonus? Keiner hatte den Bonus auf dem Zettel. Kurzfristige erste Schuldzuweisungen ergaben… Nix! Na dann investieren wir noch ein paar Minuten und stellen fest… auch NIX! Irgendwie wird das wohl im Verlaufe des Caches klar werden, wie der Bonus funktionieren soll (so beruhigen wir uns jetzt erst mal).

10.07.
Die heisse Phase beginnt. Die Aktivität der Teilnehmer auf Telegram und Glympse nehmen zu.

Neue Insiderinfos werden ausgetauscht und dazu genutzt, die Feinjustierung in der Teamzusammensetzung zu machen.

11.07. 10:08
Ein wichtiges Utensil trifft per UPS ein. Die Team-Shirts. Das Design wurde noch leicht modifiziert und wir sind froh, dass wir erst 1 Woche nach dem G20-Gipfel durch Hamburg stürmen. Die „Pegelstürmer Ahnungslos“ erkennt ma am 15.07. so:

Auch die verabredeten Treffpunkte werden „höckscht professionell“ an die Teammitglieder verteilt:

Auch die Feinjustierung über Telegramm nimmt ungeahnte Detailgenauigkeit an. Ich bin mir immer sicherererer: So schaffen wir das!

15.07. 5:38
Der Alarm reisst mich aus dem Tiefschlaf. Durch weitere, starke Regenfälle hat sich über Nacht die Lage in Hamburg verschärft. Die Leitstelle ruft nun auch die umliegenden Städte und Gemeinden zur Hilfe auf. Durch die besondere Dramatik in der Stadt werden auch wir als besondere, taktische Einheit gerufen. Wir sollen ab sofort die Koordination des Krisenmanagements übernehmen. Wir bekommen 45 Minuten zur Abfahrt…

08:25
Meldezentrale steht

13:29
Zeit für Neuigkeiten, gibt es leider nicht… Kalurienzufuhr im Innendienst deutlich höher als der Verbrauch. Im Aussendienst offensichtlich umgekehrt.

Der Flurschaden liegt derzeit bei ca. 38,5 Mio…

14:00
Es steht fest, der Server der Owner hat Probleme. Es kamen keine Meldungen mehr rein und jetzt sind einige Aufgaben abgelaufen. Unser Flurschaden hat sich um ein paar Mio. erhöht. Wir hatten keine Chance!

15:00
Ständiger Austausch mit dem Ownerteam und unseren eigenen ATs. Wir arbeiten unter erschwerten Bedingungen weiter. So ist es halt im Katastrophenfall.

16:00
Im Laufe des Nachmittages wurde das System wieder repariert, wir kamen auch wieder in einen guten Workflow und unsere ATs rannten um unser Leben.

Ein Ticker während des EZC aufrecht zu erhalten war unmöglich… Hunderte Aufgaben weiterleiten, auf Rückmeldungen warten und diese auch weiterleiten…

Aber dafür gibt es hier noch ein paar Impressionen (Spoiler)

 

2016 – Ein besonderes Jahr

Es ist schon wieder lange her, dass ich mich hier melde. Eigentlich hatte ich vor, viel regelmäßiger zu bloggen. Warum das immer schwieriger wird, hat natürlich seine Gründe. Als ich anfing zu bloggen, war ich (freizeittechnisch) Geocacher. Nutzte meine Zeit, um bei schönem Wetter rauszugehen und zu cachen. War das Wetter schlecht, wurden wetterunabhängigere Caches gemacht, „?“ gelöst oder RICHTIG: über Erlebtes berichtet.

Was hat sich daran geändert? Seit 2014 bin ich auch unter die Cacheowner gegangen. Dabei unternahm ich die ersten Gehversuche mit einfachen Caches in der Nähe, danach mit immer noch einfachen, aber kleineren Runden. Hier konnte ich viele Erfahrungen sammeln und die sowohl positiver wie negativer Art waren. Und natürlich wurde die Zeit zum Bloggen weniger!

Im Spätsommer / Herbst 2015 erfuhr ich dann, dass in meiner direkten Homezone ein Geocaching-Projekt durch das Stadtmarketing initiiert werden sollte. Schnell kam man darauf, einen Cacher vor Ort anzusprechen, um sich auszutauschen. Nach dem ersten Austausch stand wohl fest, dass ich dass ambitionierte Projekt gerne übernehmen kann und werde. Das ist dann der 2. Grund, warum ich in 2016 quasi gar keine Zeit zum Bloggen hatte.

Ende 2015 wurde recht schnell die grobe Idee entwickelt, was man sich in und für die Stadt Kellinghusen vorstellen könne. Es sollte eine Cache-Reihe werden, die 10 Geocaches verschiedener Typen beinhaltet, möglichst nicht zu schwierig, aber auch nicht nur irgendwelche Filmdosen unter Steinen… So gingen meine Planungen ins Detail:

  • Orte suchen
  • Cachetypen zum Ort auswählen
  • Rätsel überlegen
  • Listings schreiben
  • Reviewer ins Boot holen
  • Passende Verstecke basteln und / oder kaufen
  • Koordinaten einmessen, mehrfach Einmessen und wieder verwerfen

Das Ganze dauerte ca. 2-3 Monate, bis das grobe Gerüst stand. Dann ging es los… Im Detail liegt ja häufig der Hase begraben. „Genehmigungen“ hieß das Zauberwort, da ich wie gesagt nicht nur „karo-einfache“ Verstecke wollte. Nach den Genehmigungen kamen die Unterstützungsmaßnahmen, die ich von der Stadt brauchte (z.B. vom städtischen Bauhof). Auch die optische Gestaltungen mit Stadtwappen etc. konnte ich nicht einfach mal so machen, wie mir das gerade einfiel, sondern musste alles sauber per Nutzungsgenehmigungen, Bildrechte etc. i.d.R. über das Stadtmarketing eingeholt werden. Und genau in diesen Details verschwanden dann gut 6 Monate. So wurde Kellinghusen z.B. Opfer des Platzregens 2016 und der Bauhof hatte genau an dem vereinbarten Tage natürlich Wichtigeres zu tun, als Caches für mich aufzustellen. Bei geplanten und aus meiner Sicht völlig problemlosen Cachefinals benötigte ich auf einmal Genehmigungen von Architekten… Ein guter Name für die ganze Runde wurde schließlich auch noch gesucht und dann nach vielen Runden auch gefunden –> „Kellinghusen-Route“

All diese Tätigkeiten verschlangen viel Zeit und man konnte nix sehen, von dem, was es mal werden sollte.

Aber dann kamen wir allmählich an die ersten Umsetzungen. Im Mai 2016 konnten die ersten 3 „Kellinghusen-Routen“ gepublished werden. Jeweils ein Tradi, Multi, Hysterie:

#1 – Angeln im Hafen
#2 – Kleiner Stadtrundgang
#3 – Sportliches Kellinghusen

Da wir uns dazu entschieden hatten, die 10 Caches in 3er Schritten zu veröffentlichen, so dass nicht gleich zu Anfang alle eventl. auftretenden Probleme gleichzeitig auf mich einströmen würden, überlegte ich mir gleichzeitig, ein gewisses „Belohnungs-“ oder „Anreizsystem“ zu schaffen. Durch das Lösen der ersten 3 Caches ist man also (durch Merken von Bonuszahlen) in der Lage in Cache #3 eine kleine Schatulle zu öffnen, in der eine Belohnung für die erste geschaffte Etappe liegt (für jeden eine „Kellinghusen-Route-Holzcoin“).

 

Geradezu euphorisiert von dem Publishing und den ersten guten Rückmeldungen schwang ich mich auf zu den nächsten 3 Caches. Hier kämpfte ich dann mit alpenvorstellbaren Hürden des Cache-Publishens 🙂 Abgesehenvon dem oben beschrieben Procedere der Listings, des Einmessens etc. untersagte mir der Reviewer das Verwenden von „placespotting.com“. Habe ich zwar schon tausendfach benutzt bei anderen Caches, aber ich durfte nicht. Okay, Ersatzlösung gefunden. Geplante und zum Test bereits installierte Finals wurden dann gerne auch mal von Vögeln als Basis für den Nestbau benutzt. Okay, Ersatzorte gefunden. Und bereits überworfene Bastelideen sollten wieder aufleben, obwohl die dafür notwendigen Baumaterialien inzwischen gar nicht mehr vorhanden waren.

Alles in Allem führte das Ganze allerdings nicht zur Aufgabe des Projektes, sondern lediglich zu erstaunten Fragen meiner Friseuse, wie man so schnell ergrauen kann… Ende Juni war es dann wieder so weit und die zweite Etappe wurde gepublished. Ein Mysterie, ein Multi und ein Tradi.

#4 – Grosses Bildersuchen
#5 – Türmetour
#6 – Kellinghusener Fayencen

Besonderer Stolz dieser ersten 6 Caches ist sicherlich unsere #6, für den wir nicht nur sehr viele Leute der Stadt einbinden mussten, sondern der auch optisch ein echter Hingucker geworden ist! Der gleichen Idee wie oben folgend, belohnen wir hier natürlich auch wieder die Finder der ersten 6 Kellinghusen-Routen – diesmal mit einem exklusiven, gelaserten Token.

Jetzt war also Endspurt angesagt. Klar, dass sich auch hier ein Reviewer wieder etwas „Originelles“ hat einfallen lassen und den benutzten Besucherzähler von flagcounter.com bemängelte. Aha, hier gibt es Werbebanner auf der Website und das wollen wir natürlich nicht. Hm, dafür nutzen den aber viele… Ein Endspurt zeichnet sich häufig ja auch dadurch aus, dass einem die Puste ausgeht und um dem vorzubeugen, überlegt ich schon die ganze Zeit, wie ein „Super-Bonus“ einer solchen Tour aussehen könnte. Aber zuerst kamen die nächsten 3 Caches: 2 Tradis und eine Letterbox sollten es sein. Das ging auch alles erstaunlicherweise schnell. Die beiden Tradis waren gar kein Problem – gut mal abgesehen davon, dass mir bei einem die Dose 3x geklaut wurde, bevor ich veröffentlichen konnte. Boah – hier hat wohl jemand konkret was gegen diesen Cache. Bei der Letterbox musste ich selber erst einmal nachlesen, wie da so die Groundspeak-Bestimmungen sind, sollte sie doch meine erste werden. Parallel wurden Stempel gestaltet und produziert. Ich hatte meiner Meinung nach die „Spielregeln“ für Letterboxen gut verstanden. Hier kommt es wohl weniger auf das GPS-Gerät an, sondern eher auf Wegbeschreibungen ggf. Skizzen, so wie man es früher von den Schnitzeljagden kennt. lediglich einmal solle das GPS benutzt werden müssen. Aha, Okay, dann nehmen wir mal den Parkplatz als Koordinaten, die mit Handy oder GPS gefunden werden muss und danach geht es mit einem tollen Plan auf einen Rundkurs, mit Fragen zum Wanderweg und einem sich aus dem Rätsel ergebenden Final. Tolle Idee, oder? Fanden eigentlich alle, bis auf den Reviewer, der mir dann wiederum sagte, dass das Auffinden des Parkplatzes keine ausreichende GPS-Beteiligung an diesem Spiel wäre 😦 Aber inzwischen war ich von Rückschlägen solcher Art abgehärtet, wunderte mich schon fast, wenn mal kein „Ja, aber…“ kam.

Somit standen die Caches #7-#9 und ich konnte mich voll und ganz dem Super-Bonus widmen.

#7 – Störbrücke
#8 – Waldlehrpfad
#9 – Waldruhe

Jetzt, wie gesagt, noch der Bonus. Die Idee der Belohnungen sollte natürlich unbedingt wieder aufgegriffen werden und so entstand schnell die Idee, einer exklusiven „Kellinghusen-Coin“. Limitiert auf 50 Stück, die man erhält, wenn man aus allen Caches die Bonuszahlen gesammelt hat und damit den Super-Bonus gefunden hat. Bei der Gestaltung hat uns dann LASER ON TOP maßgeblich unterstützt und auch die Produktion übernommen.

Der Cache selber sollte natürlich „leicht“ auffindbar sein, denn ich finde nichts frustrierender, als eine Reihe an Caches zu absolvieren und den verdienten Bonus nicht zu finden. Der Weg dahin darf aber gerne etwas ungewöhnlich sein. All diese Zutaten in einen Topf und schwupps, war der Cache fertig. Die Location war auch klar, alle Genehmigungen lagen vor und beim Reviewer sollte es auch keine Probleme geben, da es aus Reviewersicht keine besonderen Dinge zu beachten gab. So war es dann auch, bis auf eine Kleinigkeit: EIN ABSTANDSPROBLEM!!! Nachdem ich schon für andere Caches dieser Reihe befreundete Cacher um Mithilfe in Form von Cacheumlegungen gebeten hatte, lag hier das Final eines Multis, der sage und schreibe 25km entfernt liegt. Bääämmm – und dieser Cache war der Einzige, bei dem es darauf ankam, genau hier zu liegen und die Vorarbeiten zum Listing waren auch nicht ganz ohne Aufwand gewesen und mit der Aufgabe dieser Location hätte ich einfach bei NULL anfangen können 😦

Jetzt war also erstens der komplette Zeitplan im Ar… und zweitens eine homezone-übergreifende Kooperation mit dem Owner des anderen Caches von Nöten. Langes Jammern hin, nicht-augenfreies Schimpfen her, mit unzähligen Versuchen konnte das Final des Multis so neu vermessen werden, dass die Attraktivität des Caches nicht gelitten hat und mein geplantes Final installiert werden konnte.

Genau an dieser Stelle ist jetzt der Platz den vielen Helfern zu danken, für Listingslesen, Cachebehausungen bauen, Beta-Testen, Cache-Umlegen, Koordinaten Einmessen und nochmal einmessen, Tipps geben, noch bessere Tipps geben und letztlich auch an alle Beteiligten der Stadt Kellinghusen, ohne die das Ganze hier nicht möglich gewesen wäre.

#10 – SuperBonus

Wir schrieben also den 12.09.2016, an dem Kanne&Siki auf den sagenumwobenen „PUBLISH“-Knopf drückten, um den finalen Startschuss für die vollendete Kellinghusen-Route zu geben. Das waren genau 11 Monate, nachdem die Idee geboren wurde, aber ich denke, die Logeinträge zeigen, dass die meisten zufrieden sind mit dieser Runde durch Kellinghusen. Dass sich die Aufwände gelohnt haben, zeigen knapp 300 Favoritenpunkte in durchschnittlich gut einem halben Jahr und einer FP-Quote von derzeit noch über 90% beim Super-Bonus. Das sind dann die Rückmeldungen, die einem den Aufwand, den man betrieben hat, versüssen.

In 2017 freue ich mich schon wieder auf mehr Zeit für eigene Cachertouren. Dann vielleicht auch mit mehr Berichten auf meinem Blog. In der Hoffnung darauf, dass sowohl Cacher, als auch Nichtraucher in Zukunft etwas wohlwollender mit unserer Kellinghusen-Route umgehen. Die Wartung birgt nach wie vor hohes Frustpotenzial, da es mir immer wieder unerklärlich ist, was Leute mit Besenstiele, Schlüssel für Schlösser, die sie dann aber hängen lassen, Plastikdosen etc. anfangen wollen. Die schönen Momente überwiegen jedoch!

Für alle Interessierten gibt es hier noch eine kleine Kurzbeschreibung und Übersicht aller Kellinghusen-Routen:

 

Kurzzusammenfassung

 

…und eine kleine aktuelle Statistik

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Lost Place Tour 2016

Dass ich schon länger nichts mehr gebloggt habe, liegt nicht daran, dass ich nicht mehr cache, sondern eher daran, dass ich inzwischen auch Cacheowner bin. Ein weiteres zeitintensives Hobby, bei dem ein anderes zurückstecken musste…

Die eigenen Caches sind jetzt weitestgehend selbstlaufend und eine gewisse Routine in Neucachererstellung und Wartung sind eingetreten! So freue ich mich, auch mal wieder etwas über eigene Cachererfahrungen zu schreiben. Den eigenen Caches, den Owner-Erfahrungen und –Alpträumen werde ich später einen eigenen Beitrag widmen 🙂

Eine grosse Überraschung bekam ich zu meinem diesjährigen Geburtstag geschenkt. Natürlich verschlüsselt und als Mysterie verpackt – Vielank, 2 Tage, Dömitz, DAG & TNT, Hitzacker, LostPlace, Ausruhen, Jenseits der Wolfsschlucht.

Schnell war klar, meine Familie geht mit mir auf eine Familien-LostPlace-Tour, mit dem „Basislager“ in Vielank. Dort untergebracht in dem „Vielanker Brauhaus“. Was will man mehr? LostPlace, Familie, selbstgebrautes Bier und gutes Essen. Hörte sich nach einem verdammt guten Plan an.

DAG & TNT

Am 26.07.16 fuhren wir dann los. Unser erstes Ziel war der LP „DAG & TNT“ (GCN7Q7). 1892 wurde das Werk der Firma Sprengstoffwerke Dr. R.Nahnsen & Co KG errichtet, in dem damals u.a. TNT, Pikrinsäure, Tetryl und Nitroglycerin hergestellt wurden. Später wurden auch Sprengstoffkapseln gebaut, die als besonders feuchtigkeitssicher galten und somit ideal für Unterwasser-Sprengungen waren. Für die dort produzierten Bergbausprengstoffe wurde die Fabrik weltbekannt. Im ersten Weltkrieg wurde die Firma zum größten Rüstungsbetrieb Mecklenburgs, die Mitarbeiterzahl stieg von 300 auf rund 3.000. Nach 1926 wurde der Betrieb eingestellt und abgerissen, bevor er 1934 in veränderter Form wieder aufgebaut wurde und für den 2. Weltkrieg monatlich bis zu 3.750t Sprengstoffe, darunter 1.200t TNT und 125t Pikrinsäure, ca. 600t großkalibrige Bomben, ca. 150t kleinkalibrige Munition und ca. 1.000t Panzerminen produzierte. Die Stillegung erfolgte 1945 mit Ende des Krieges. Heute sind viele der Bunker und Gebäude gesprengt bzw. zerstört, einige Objekte auf dem Areal sind aber noch recht gut erhalten.

Eingebettet in diese Location hat platanus einen interessanten LP-Multi gelegt, der eine tolle Mischung aus Wanderung und Erkundung war. Kreuz und quer durch das Gebiet, teilweise bis zu 4 Meter hohe Wälle wurden immer wieder überwunden, um zur nächsten Station zu gelangen. 6 Stationen gab es, allesamt in lostplace-gerechten Verstecken. So kämpften wir uns von Station zu Station, mussten manches Mal abtauchen, in irgendwelche Betonrohre oder andere Gebäude, in denen wir dann die Koordinaten für die nächste Station fanden. Zu unserem Equipment gehörten u.a. 2 iPhone, eine led lenser H7.2 Stirnlampe, eine Fenix E21 Taschenlampe, diverse kleinere Taschen- und UV-Lampen. Weitere ECA war hier eigentlich nicht nötig. Obwohl wir insgesamt „nur“ ca. 7.000 Schritte (Helth-App) also ca. 4,5 km wanderten, waren wir doch recht erschlagen. Das lag letztlich sicherlich an dem unwegsamen Gelände und den 13 Stockwerken (App), die wir als Norddeutsche einfach nicht mehr gewohnt sind. An die 30 Grad taten ein Übriges.

Mehr zu diesem Cache könnt ihr auch in meinem Logeintrag nachlesen (Log)

Der Tag wurde gekrönt von unserer Unterkunft. Ein tolles Zimmer mit Aufbettung kostete hier nur 91€. Nach einer intensiven Duschrunde ging es dann noch in das Brauhaus-Restaurant. Selbstgebrautes Bier war hier das Highlight und wurde natürlich verköstigt: Angefangen mit dem Vielanker Weizen über Pils zu dunklem Vielanker. Das schwarze Vielanker hoben wir uns für den zweiten Tag auf. So ging der Tag im Biergarten des Hauses mit einem Vielanker Whiskey und dem hauseigenen Kräuterlikör zu Ende.

 

Jenseits der Wolfsschlucht

Gut ausgeschlafen traten wir am zweiten Tag unsere erste Challenge an. Nein, kein Challenge-Cache, sondern einfach nur die Suche nach einem Bäcker in Vielank. Als Wohnhaus gut getarnt entdeckten wir ihn und traten in den „Verkaufsraum“ ein. Mit uns Dreien war dieser dann auch voll und wir freuten uns über die letzten 6 Brötchen im Regal. Danach ging es direkt nach Hitzacker zum LP „Jenseits der Wolfsschlucht“ (GCHRT9) und auf dem angegebenen Parkplatz gab es erst einmal ein Frühstück. Gut gestärkt zogen wir dann los und nach der ersten Station ging es dann in die tiefste Wildnis des Elbeufers. Kopfhohe Brennesseln, ein max. 40 cm breiter Trampelpfad und mehrere umgestürzte Bäume über die man hinwegklettern oder drunter durch tauchen musste.

Die Stationen selbst waren eigentlich alle gut zu finden, jedoch verloren wir schon an Station 2 ca. 60 Minuten, bei der Suche nach den nächsten Koordinaten. Sie waren weg, wie sich nach Rückfrage beim owner herausstellen sollte. Also sind wir nach einer kleinen Stationswartung und den neuen Koordinaten weitergezogen. Die nächsten Stationen gestalteten sich dann erheblich einfacher, aber der Weg war ganz schön anstrengend. Der Schrittzähler zählte unermüdlich weiter und unsere Kräfte schwanden. An Station 5 dann der Megagau: Ein Freizeitmuggle mähte an seinem Wochenendhüttchen die Wiese. Ca. 10 Meter entfernt von unserem Objekt der Begierde, auf welches wir sicherlich hinaufklettern sollten. Wenn wir das machen würden, wäre die Station 100%-tig aufgeflogen. Also wieder Rücksprache mit dem owner, der uns weiterhalf und sicherlich froh war, dass wir unerkannt blieben.

Die Kräfte schwanden immer mehr und wir kamen auf die 10 km Marke… Und an dieser Station, die einigermassen schnell gefunden wurde, gab es wieder das Problem, dass wir nichts fanden. Ist das inzwischen unserer Müdigkeit geschuldet? Wir können doch nicht schon wieder den owner… Es half nichts – doch der owner. Er erklärte uns, was und wo wir suchen sollten und dabei stellte sich heraus, dass wir dort alles abgesucht hatten und der Hinweis höchstwahrscheinlich auch nicht mehr da ist. Eine weitere Stunde war damit hinüber 😦 Aber ab hier sollte alles nur noch ein Klacks sein!! Die letzten Stationen konnten gut gefunden werden, auch die Hinweise und so standen wir nach weiteren 2-3 km vor dem Final. Nur noch 80 Meter – aber eine „Schlucht“ dazwischen 😮 Mit letzten Kräften kamen wir am Ziel an und fanden erstmal tolle Tropfsteine und dann natürlich auch den Cache in einer Höhle.

Wir verewigten uns im Logbuch und machten auch noch ein Bild, mit der CacheCam, die im Final liegt (sehr schöne Idee)! Insgesamt kamen wir dann auf knapp 18.000 Schritte bei ca. 14,5 km…

Auch hier geht es wieder zum Logeintrag (Log)

Der zweite Abend im Brauhaus sollte den gleichen Verlauf wie der erste nehmen. Nur mit dem Unterschied, dass wir total Schrott waren und natürlich auch noch das schwarze Vielanker probiert haben 🙂

Der letzte Morgen empfing uns mit Regen, der zum Glück schnell verschwand. Unser Frühstück in der Dömitzer Festung fiel dann trotzdem ins Wasser, da die Kantine erst um 11:00 Uhr aufmachen wollte 😦 Also suchten wir uns wieder einen Bäcker und wurden genau gegenüber der Kirche fündig. In fast familiärer Atmosphäre tranken wir dann einen Kaffee und stärkten uns mit einem Brötchen, bevor wir noch ein paar Schritte in Dömitz machten, um 2-3 Dosen einzusammeln. Alle nicht besonders spektakulär – aber wenn man schon mal da ist.

Gegen Mittag schwangen wir uns ins Auto und machten uns auf den Heimweg. kurz vor Hamburg hatten wir uns dann noch 4 favoritenträchtige Caches ausgesucht

GC68Y4C – TB- und Coin-Kerker (108 FP)
GC53W4W – Lift from Hell (243 FP)
GC338WA – Spezial Messsonde (137 FP)
GC5JYQ7 – Du hast nen Vogel (238 FP)

Alle 4 machten noch einmal richtig Spaß und rundeten diesen Kurzurlaub perfekt ab. Einen kleinen Film gibt es noch (hier) mit dem Passwort: LP2016

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Geburtstag 😛

Lost Place Tour 2014 (III)

Es ist jetzt schon etwas länger her, dass ich vom 2. Tag unserer tollen Lost Place Tour rund um Halle berichtet habe. Inspiriert durch die Lesung des Herrn Hoecker „Neues aus Geocaching“, welche in einem tollen Lost Place im Hamburger Hafen stattfand (MS Bleichen), nehme ich den Faden wieder auf. Natürlich nicht, um vorweg einen kurzen Exkurs, sprich Bericht von der Lesung einzubinden 🙂

EXKURS „Neues aus Geocaching“

Am 25.09.2014 fand die Lesung von Bernhard Hoecker und Tobi auf der MS Bleichen statt. Schnell, nach wenigen Stunden war die Lesung komplett ausverkauft. 200 interessierte Geocacher hatten sich angemeldet. Wie sich während der Lesung herausstellte 199 Geocacher und 1 Muggle! In atemberaubender Atmosphäre dieses alten Stückgutfrachters fand die ganze Veranstaltung statt. Und das Ganze nicht als Event, somit ohne Punkt. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass sich Geocacher auch für „punktlose“ Veranstaltungen mobilisieren lassen 🙂 Rund um die Lesung gab es dann natürlich das entsprechende „Meet & Greet“, ein paar naheliegende Tradi und extra für die Lesung erstellte Lab-Caches. Das war neu, da diese Art von Caches eigentlich Events vorbehalten sind. Punkt 17:00 Uhr wurden die Lab-Caches freigegeben, was man eindeutig daran erkennen konnte, dass sich das Meet&Greet schlagartig auflöste und ca 150 Cacher nach den Labs suchten. Allesamt waren Fragen rund um die MS Bleichen, so dass man vor Betreten der Location wenigstens etwas mehr über die Historie des Frachters erfuhr.

Neben diesen nett verpackten Informationen konnte man sich in Gesprächen mit den ehrenamtlichen Helfern und gleichzeitig Restaurateuren des Schiffes über Historie, Gegenwart und der spannenden Zukunft der MS Bleichen informieren. Alle zusammen haben nämlich das Ziel, dass der Frachter nächstes Jahr so weit restauriert ist, dass er aus eigener Kraft wieder in See stechen kann (wenn auch nur zur Überführung in ein Museum).

Die Lesung selbst überzeugte natürlich durch die Art Bernhard Hoeckers und der völlig ungezwungenen Atmosphäre. Neben der eigentlichen Lesung, wurde das Publikum immer wieder aktiv eingebunden. So durften 2 Cacher Ihre eigene Geschichte aus „Neues aus Geocaching“ selber vorlesen, wurden Geburtstagsständchen für lustifcb gesungen und am Ende gab es natürlich auch reichlich Autogramme. Rund um eine tolle Veranstaltung!

Exkurs Ende!

So nun sind wir wieder in Halle auf unserer Männertour zu Vatertag und haben inzwischen 2 tolle Lost Places gesehen (LP Brettermeier II und LP 1932 Alois Booms Reise). Am Nachmittag des 2. Tages hatten wir uns noch einen weiteren LP ausgesucht – „All you can eat“ !

Mit der Wertung 4,5 / 4 ein weiteres dickes Brett an einem Tag. Geplant waren hier lt. Listing zwischen 3 und 5 Stunden, verteilt auf 14 Stationen. Die Geschichte zum Cache wird im Listing kurz, aber knackig beschrieben und findet sich in der Location zu jeder Zeit wieder. Unsere kommissarische Arbeit startete direkt nachdem wir endlich den Zugang gefunden hatten. Bei All you can eat handelt es sich wieder um einen Lost Place auf grosser Fläche mit unterschiedlichen Gebäuden und schier endlosen Möglichkeiten Verstecke zu kreieren. Wenn man dann noch, wie der owner beweist, handwerklich geschickt ist, kann es durchaus passieren, dass man eine Station länger als 30 Minuten suchen muss.

 

An Station 4 oder 5 suchten wir uns einen Wolf und konnten letztlich nur durch die schnelle Hilfe des owners weitermachen. Danach war es zwar immer tricky, aber machbar. Einzig herumlaufende Erdkabelmuggle verunsicherten uns zunehmend. Nachdem wir zu Anfang dachten, wir müssen nur einmal schnell an den Kollegen vorbei, stellten wir fest, dass sich die Jungs erheblich von uns gestört fühlten und immer wieder nach uns Ausschau hielten. Das Ambiente des LPs und die Verstecke in dunklen Räumen, die sich der „Baustelle“ der Metalldiebe wieder näherten taten ihr Übriges, um unser Unwohlsein zu stärken. Sogar per Whats App abgeschickte Meldungen nach Hause „wenn wir uns in 1 Std. nicht melden, stimmt was nicht“ konnten wir uns nicht verkneifen. Was übrigens unsere daheimgebliebenen Frauen deutlich weniger beeindruckte, wie uns, die Jungs vor Ort.

Letztlich konnten wir alle Stationen finden, hatten die Finalkoordinaten raus und machten uns auf den Weg zum Final und ihr werdet es schon erraten – klar, in unmittelbarer Nähe der Metalldiebe, die wieder fleissig pickelten. Bewusst nahmen wir einen erheblichen Umweg in Kauf, um nicht wieder direkt an der Baustelle vorbei zu müssen und näherten uns von hinten. Ob das eine gute Idee war, wussten wir erst, als einer der Kollegen hektisch anfing mit dem Fahrrad über das Gelände zu fahren. Uns wurde es so unwohl, dass wir abbrachen, über die Mauer des Geländes nach hinten verschwanden, um zu merken, dass wir auf einem eingezäunten Betriebsgelände der benachbarten Firma standen. Zum Überfluss auch noch mit reichlich Überwachungskameras ausgestattet. Also half es nix, wir mussten wieder rein in den alten Schlachthof. Diesmal ging es dann aber zügigen Schrittes den längsten Weg mit dem grösstmöglichen Abstand zu den „Verdächtigen“ zum Ausgang, rein in unser Auto und nix wie weg!!

Auch wenn sich das hier nach einer inszenierten Geschichte auf einem LP anhört, vielleicht inspiriert durch den Film „Lost Place“ – es war genau so und unsere abendliche Korrespondenz mit den Cacheowner bestätigte uns, dass dies hier durchaus vorkommen kann. Da wir alle Stationen und die Finalkoordinaten richtig gelöst hatten und ihm selbst die finale Location ordentlich beschreiben konnten, gab er uns dankenswerter Weise die Logfreigabe.

Mein damaliger Logeintrag:

„Inzwischen der 3. Lost Place, den wir gemeinsam mit CachePac und Black Abbot auf unserer Lost Place Tour 2014 angehen wollten. Nachdem wir einen Zugang zum Gelände gefunden hatten, waren wir erst einmal überrascht über den vielen Müll, den es hier auf dem ganzen Gelände und in allen Gebäuden zu „Bestaunen“ gab. Die Stationen waren von knifflig bis fast unauffindbar in der Schwierigkeit und deswegen benötigten wir an einer Stelle dann auch wirklich eine Hilfe.

Die ganze Location verleitet dennoch zu vielen Bildern, was die ganze Geschichte zeitlich nicht wirklich schneller macht. Aber solche Gebäude sind immer wieder zu faszinierend, um nur von Station zu Station zu eilen. Eilen ist auch eh das falsche Wort, da wir an einigen Stationen doch etwas suchen mussten.

Die Ideen und die Umsetzung der einzelnen Stationen war spitze. Wir waren jedes mal wieder aufs neue begeistert, wenn wir sie gefunden hatten.

So nun zur Story: überragend! Auch die Einbindung der einzelnen Stationen mit den kleinen Geschichten zur Gesamtstory – einfach spitze!! Das Ganze hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, auch wenn insgesamt ein wenig zu viel Müll hier rumliegt (auch für einen LP ungewöhnlich viel), aber dazu kann der cache ja nix.

Unsere ganz persönliche Gruselstory erlebten wir dann an den letzten beiden Stages. Sehr offensichtlich versuchten mit Messer und Pickel bewaffnete Metall-Diebe die restlichen Metallschätze zu bergen. Auf dem Hinweg noch mit geradem Blick und festem Schritt vorbei, mit einem kurzen „HALLO“, merkten wir, dass es den Kollegen nicht ganz recht war, dass wir hier mit technischen Gerät und Foto rumlaufen. Dass sie ihre Arbeit schlagartig einstellten und ein Kollege direkt mit dem Fahrrad auf dem Gelände umherfuhr, machte uns auch nicht glücklicher. So fanden wir die letzte Station mit inzwischen weichen Knien und immer mit einem Blick nach hinten.

Erleichtert und in der Sonne sitzend konnten wir dann über die richtige „Adresse“ die Finalkoordinaten herausfinden. Wiederum toll gemacht!

Uns hat die gesamte Geschichte unheimlich viel Spaß gemacht, 100te Fotos waren die Ausbeute und somit hinterlassen wir gerne 1 FP. Mitnehmen können wir eine unvergessliche Geschichte, tolle Bilder und ein flaues Gefühl in der Magengegend.“

Nur wer diesen Cache nicht mehr machen möchte oder schon gemacht hat, sollte sich die hinterlegte Bildershow angucken. Alle anderen sollten sich lieber überraschen lassen. Ja!! Es wird gespoilert, also keine Klagen!!

BILDERSHOW „All you can eat“

 Für diesen Tag war es dann wirklich genug und wir fuhren ohne Umwege in unser Hotel. Ein weiterer Tag wartete ja noch mit einem weiteren Highlight, von dem ich demnächst hier berichten werde.

Lost Place Tour 2014 (II)

Here we go. Wie vor Kurzem angekündigt kommt hier mein 2. Teil unserer LP Tour 2014, die wir in Halle / Leipzig unternahmen. Nachdem wir nun den Brettermeier II kurz vor dessen Archivierung noch machen durften, fuhren wir kaputt und zufrieden in unser Hotel zurück. Da lag bestimmt noch was auf der Strecke, oder? RICHTIG!

Mit über 800 Favoritenpunkten versprachen wir uns vom „TB/GC Hotel Mansfeld Südharz + Geopostoffice“ (link) so Einiges. Was wir hier vorfanden, hatten wir noch nicht gesehen.

Auch das Logbuch bot einigen Platz und auf einer Karte konnten wir sogar unsere Herkunft verewigen. Wann habt ihr zum ersten Mal IN einem cache gestanden?

Weiter ging es dann noch über eine „Pilgerstätte“ zu den „Panzerknackern„. Die Pilgerstätte ist „…eine Trauerstelle für alle owner von verloren gegangenen Trackballes…“ (so das Listing). Eine nette Idee, die, wie ich feststellen musste, auf Facebook auch schon wieder zu kontroversen Diskussionen führte. Meine Meinung bleibt: Nette Idee, mit einer schönen Bastelarbeit und mit viel Liebe zum Detail. Auf alle Fälle ein Besuch wert, wenn man in der Nähe ist!

Auch die Panzerknacker, bekannt aus unserer jugendlichen Comiczeit, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Hier suchten wir regelrecht die Nadel im Heuhaufen… Manchmal ist es dann eher der Zufall, der einem hilft. Auf alle Fälle auch ein sehr nett gemachter Cache!

Danach ging es aber schnellstens in den Ankerhof. 1 Std. musste abends i.d.R. reichen, um sich zu Hause zu melden, zu duschen und noch kurz alle Stromversorgungen zu nutzen. Danach ging es auf direktem Weg zu kulinarischen Highlights von Halle. Der Vatertag endete somit zufrieden und früh, da wir ja am nächsten Morgen wiederum früh (07:30 Uhr) los wollten.

Am Freitag stand dann das nächste LP-Highlight auf dem Programm: 1932 Alois Bloms Reise durch die Zeit (GC4NHP9). Wir waren angemeldet und auch pünktlich vor Ort. Der Anfang dieses Caches stimmte uns erst sehr misstrauisch. Merkwürdige Voraussetzungen, die wir erfüllen sollten, Auto aus – Auto an, viel Rumfahrerei und eigentlich wollten wir einen erlebnisreichen Lost Place machen. Haben wir uns vielleicht zu viel versprochen oder waren zu verwöhnt vom gestrigen Brettermeier?

Beim eigentlichen Startpunkt angekommen, erzählte uns der mitgebrachte UKW-Sender, was als nächstes zu tun sei. Das war schon eine gute Story. Nach und nach lösten sich auch die zuerst merkwürdig erscheinenden „Zugangsvoraussetzungen“ auf und wurden logisch.

Im wahrsten Sinne des Wortes tauchten wir in die Welt des Alois Blom ein. Die komplette Geschichte ist mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Kleinste Details überraschen in diesem Lost Place. Die Geschichte ist stimmig, knifflig und manchmal auch etwas anstrengend. So täuschte uns Alois immer wieder an verschiedenen Stationen, gab uns Rätsel auf, in die wir uns „verbissen“, bis wir merkten, dass dieses Eisenrohr so rein gar nix mit der Lösung des Rätsels zu tun hatte.

Immer wieder wurden wir von Kampfspuren vorangegangener Teams darauf hingewiesen, dass uns Alois davon abhalten will, die Aufladung der Zeitmaschine zu unterbrechen.

Ziemlich genau in der vorgegebenen Zeit konnten wir das Rätsel gerade noch lösen, bevor das nächste LP-Team ihr Glück versuchen wollte. Die HandKantenOrangUtans haben hier einen tollen Cache gelegt, der besonders für „Lost Place Einsteiger“ hervorragend geeignet ist. Er ist quasi bewacht und geschützt, man hat die Erlaubnis in diesen Bunker zu gehen und er ist relativ klein, so dass man sich an die Orientierung unter der Erde erst einmal gewöhnen kann.

Zum Abschluss auch wieder mein damaliger Logeintrag, für einen LP-Cache, der mit seiner 4/3,5 Wertung wiederum genau richtig eingetaktet war.

„Mit CachePac und Black Abbot ging es über Vatertag auf grosse Lost Place Tour 2014. Wir starteten hier um Punkt 08:00 Uhr morgens und zwar gleich mit einer Überraschung, von der wir in dem Moment noch nicht so richtig wussten, was wir davon halten sollten.
Die Idee der nächsten Station lenkte uns da aber schon ein wenig ab, das hatte ich so noch nicht gesehen. Einmal mehr wurde der gut verstaute Schlüssel wieder aus dem Rucksack gepackt und die Reise ging auch hier mit dem cachemobil weiter.
Auch die darauf folgende Station war sehr schön inszeniert und unseren Obolus konnten wir schnell gegen die Weitermacherlaubnis eintauschen. Ab hier ging es dann ruck.zuck in das erwartete Lost Place Feeling.
Die Stationen sind alle toll gemacht, sowohl die Geschichte, wie auch die einzelnen Ideen und die handwerkliche Umsetzung lässt darauf schliessen, dass sich hier jemand voll uns ganz seinem cache gewidmet hat
Nicht jede Station war uns sofort klar. So benötigten wir recht am Anfang auch einen Tipp vom TJ, der uns aber auch recht schnell weiterhelfen konnten (DANKE!). Die Geschichte selbst ist von vorne bis hinten spannend und auch kleinste Details runden die Geschichte immer wieder ab.
Ob wir in der vorgegebenen Zeit jedoch die 100%-tige Aufladung der Zeitmaschine werden verhindern können, war nicht zu jedem Zeitpunkt klar. Einige Stationen hatten es in sich, auch weil man hier das eine oder andere Mal in die Irre geführt wird. Zu den beiden letzten Stationen sage ich nix weiter… SPITZE!!
Was bleibt? Ein tolles Erlebnis, 1 hinterlassenes Schleichen und ***** (GC-Vote)“

 Nur wer diesen Cache nicht mehr machen möchte oder schon gemacht hat sollte sich die hinterlegte Bildershow angucken. Alle anderen sollten sich lieber überraschen lassen. Ja!! Es wird gespoilert, also keine Klagen!!

Bildschirmfoto 2014-08-21 um 22.07.08klicken für Bildershow

 Der nächste Bericht folgt in Kürze. Es warten ja noch 2 weitere Lost Places und der ein oder andere „Beifang“ auf uns.

Lost Place Tour 2014 (I)

Nach über 1.500 gefundenen caches war auch für mich die Zeit gekommen, an einer LP-Tour teilzunehmen. CachePac als Hauptorganisator machte dies nicht zum ersten Mal und Black Abbot war auch letztes Jahr auf einer legendären LostPlace Tour im Osten unseres Landes dabei. Wer dazu gerne mehr lesen möchte kann gerne hier nachschauen.

Mit so einem „Cheforganisator“ und einem 2. „erfahrenen Hund“ traute auch ich mir zu, die Geheimnisse von Lost Places zu erkunden.

Auch ich bereitete mich anständig vor. Von der Basisausrüstung über diverse ECAs bis hin zu Energy Drinks und Proviant sollte schliesslich alles passen.

Also ging es gut vorbereitet auf die Bahn. Von Hamburg nach Halle, unterwegs noch ein paar interessante Favoritencaches sammeln – so jedenfalls war der Plan. Nach halber Strecke gab es eine Planänderung:

Aber es ging weiter, so leicht lassen wir uns natürlich nicht aus dem Tritt bringen. Dank Mobilitätsgarantie bekam ich für die nächsten 4 Tage einfach einen funkel-, niegel-, nagelneuen GLK. Selbstverständlich mit hellbeiger Leder-Innenausstattung. Genau das richtige Cachemobil. Dank der „Freunde“-App auf meinem und Black Abbots Handy konnten wir uns quasi aufeinander zufahren sehen und trafen uns fast zeitgleich im gebuchten Hotel in Halle.

 

Die anstrengende Anreise krönten wir nur noch mit einem schönen Abendessen in Halles Innenstadt, um am nächsten Tag fit zu sein. Früh sollte es losgehen, es lagen ja sehr hoch dekorierte Lost Places auf unserem Weg. In den nächsten Tagen wollten wir auf alle Fälle diese LPs machen:

> Brettermeier II – Lehre geht weiter
> 1932 Alois Bloms Reise durch die Zeit
> all you can eat
> Die Jagd nach der Padrowsky Bande

 

BRETTERMEIER

Somit ging es am Vatertag in aller Frühe zur neuen Ausbildungsstätte des jungen Herrn Brettermeier. Wir waren gut gerüstet, leider war das Wetter eher mäßig. Spätestens nach den ersten Stationen war mir als Rookie klar, warum ich z.B. Handschuhe in meiner erweiterten ECA dabei hatte. Dreck, Glassplitter und andere Unannehmlichkeiten sollten uns quasi den ganzen Tag begleiten.

Schnell stellte sich auch heraus, dass der erste Tag des Brettermeier sicherlich kein Zuckerschlecken werden würde. Nach problemlosen Start verzweifelten wir schon an Station 2 (zum Glück nur fast, bis CachePac endlich die erlösenden Worte rief). Also ging es weiter durch nahezu alle Stationen dieses Lehrbetriebes.

Viele interessante Aufgaben wurden uns gestellt. Mal ganz unten, mal tief drin, mal ganz oben. Aber klar war, dass der owner wohl einen grossen Spaß am Basteln toller Cacheideen hat.

Zur Abrundung mein damaliger Logeintrag:

„Angenehm, Brettermeier mein Name. Wo geht es hier rein? Ah da vorne.“
So geht sie los, meine Geschichte zu meiner neuen Ausbildungsstelle. Natürlich schickten mich die Kollegen quer durch den Betrieb und das Gelände. von Station zu Station lernte ich immer wieder neue Leute kennen und man glaubt es kaum, JEDER hatte auch schon irgendeine „tolle“ Aufgabe für.
Hier war mal was kaputt, was ich reparieren sollte. Da musste mal sauber gemacht werden, dort sollte ich jemandem helfen. Und manchmal, glaube ich, haben die Kollegen sich auch noch ganz fies vor mir versteckt. Ich glaube, mein erster Tag hätte echt schneller vorüber gehen können, wenn sich der ein oder andere einfach schneller zu erkennen gegeben hätte.
Dass sich der ein oder andere auch noch einen Spaß daraus machte mich zu verar… fand ich in dem Moment gar nicht lustig. Im Nachhinein betrachtet kann ich aber gut damit leben. Denn eines steht fest. Ich habe mir hier eine ganz tolle Lehrstelle ausgesucht, in einer unheimlich tollen Kulisse, mit wahnsinnig vielen unterhaltsamen Aufgaben und wenn es mir mal langweilig wird, laufe ich ganz da hinten in dem grossen Gebäude einfach die Treppen ein paar mal hoch und runter, Bewegung soll ja bekanntlich gut sein…
Als sich der Feierabend näherte traf ich auch noch ein paar andere Azubi-Kollegen. Die hatte ich zwar zu Mittag schon mal gesehen, aber danach verloren wir uns wieder aus den Augen. Zum Schluß konnten wir uns bei ein paar Aufgaben noch gegenseitig helfen und hatten nach 6,5 Std. dann früher Feierabend.
Lange Rede, kurzer Sinn – einfach genial. Vielmehr kann man hier wohl nicht schreiben ohne in einzelne Details zu gehen [:P]

Ein Cache mit der Wertung 4,5 / 4 bei der beide Wertungen verdient sind. Auch die hohe Anzahl der FP ist aus meiner Sicht komplett verdient. Schade, dass er inzwischen archiviert werden musste, nachdem ein Cacherkollege (nachdem er diesen Cache selber erst gemacht hat) diesen „hingehangen“ hat. Leider, wohl das Schicksal, welches gerade vielen LPs widerfährt.

Eine ausführliche Bildershow inkl. aller möglicher Spoilerbilder gibt es hier. Also bitte: SCHAUT HIER NUR REIN, WENN AUCH SPOILERBILDER NICHT STÖREN. Erst gucken und dann mosern zählt nicht 🙂

BILDERSHOW BRETTERMEIER II

Für heute ist hier erst einmal Schluß. Aber wie unsere Tour weiterging, bleibt absolut spannend und erinnert eigentlich an einen drehbuchreifen Film. Bis bald in diesem Kino…

Favoritenpunkte fischen in Amsterdam

Kennt ihr auch, oder? Da kommt man mal in eine Gegend, in die es einen sonst eher nicht verschlägt. Natürlich möchte man hier auch ein wenig seinem Hobby fröhnen und beschäftigt sich schon im Vorfeld mit den interessantesten caches. Genau dazu dienen dann die verschiedenen Statistiken wie Favoritenpunkte, GC-Vote etc.

Dieses Mal durfte ich beruflich nach Amsterdam, wo ich noch nie war. Schon allein die Fahrt dorthin versprach sehr interessant zu werden, liegen an der A1 doch so einige spannend klingende caches.

Aber der Reihe nach: Zuerst ist doch die Frage, wo man in Amsterdam übernachtet, wenn man keine Lust auf Hotel hat, aber dennoch stadtnah nächtigen möchte. Wir haben uns für eine B&B-Variante ganz in der Nähe des Zentrums direkt am Wasser entschieden. Extrem günstig gelegen, für einen sehr überschaubaren Preis. Tolle Wohnung mit Charme!

Die Fahrt nach Amsterdam sollte schon ein Erlebnis für sich werden. Bei recht gutem Wetter hatten wir uns einige Hochkaräter ausgesucht:

GC2R0GR Der lange Flug (460 FP)
GC2YZHK Freche Gö(h)re (732 FP)
GC3A73V TB Hotel des Landstreichers Key888 Nicht bei Regen (898 FP)

Mit über 2.000FP bei nur 3 caches war unsere Erwartung natürlich auch entsprechend hoch! Jeder einzelne hat sich gelohnt anzufahren. War es bei dem „langen Flug“ eine hammermäßige, weitreichende Installation, die uns staunen ließ, konnten wir unseren Augen und Ohren bei der „frechen Göhre“ nicht trauen. Neben technisch aufwendigen Arbeiten konnten beide caches vor allem auch durch ihre grandiose Ideen und dem tollen Überraschungeffekt punkten. Die Erwartungen wurden bei beiden caches nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Wer jetzt neugierig wird und die caches nicht machen kann, kann sich gerne Spoilerbilder (hier) anschauen – aber bitte nur, wenn ihr den cache nicht mehr machen wollt, ansonsten lasst euch lieber überraschen.

Das Gleiche gilt für das tolle TB-Hotel des Landstreichers.

Diesen cache nutzten wir gleich , um ein Päuschen zu machen. Direkt an den Cache-Koordinaten gibt es auch einen kleinen Kiosk / Bistro. Auf einen Kaffee kann man hier also schnell einkehren. Die Betreiber wissen zwar von „komischen“ Vorkommnissen, die sich teilweise sogar rund um das Haus bis tief in die Nacht abspielen, aber mit Tipps konnten oder wollten sie nicht aufwarten. Eigentlich haben wir schon fast aufgegeben, bis wir uns dann doch noch ein Herz fassten und sich uns eine RIESENÜBERRASCHUNG offenbarte. Keine Ahnung, was vorbeifahrende oder gerade parkende Autofahrer dachten, als sie uns hier sahen… Guckt lieber nicht, wenn ihr die Möglichkeit habt, diesen cache noch zu machen, ansonsten (hier).

Nach der „erfolgreichen“ Autofahrt sind wir früh genug in Amsterdam angekommen, um die Stadt zu erkunden. Mein Termin war zum Glück erst am nächsten Vormittag. Also kramten wir die vorbereiteten Unterlagen heraus und machten uns auf einen langen Fußmarsch durch die Amsterdamer City. Bei schönem Wetter ist schon der Weg (auch ohne cachen) durch die kleinen Gassen oder an den Krachten entlang sehenswert. Irgendwie hat man durchgehend das Gefühl, in einer komplett anderen Welt zu sein. Kleinste Geschäfte, überall Bars und Bistros und natürlich die bekannten Coffee Shops. Wer es noch nicht gesehen hat, hat sicherlich schon viel davon gehört, ist aber trotzdem (so ging es uns) total überrascht!!

Als Cacher-Höhepunkt hatte ich uns das „Red-Light-District“, ein Multi quer durch die Amsterdamer Innenstadt und dem Rotlichtviertel ausgesucht. Bevor wir jedoch dazu kamen, wollten wir auch noch den höchstdekorierten Cache Hollands aufsuchen. Vorab hatten wir ja schon gehört, dass es sich wohl um den überbewertesten Cache Hollands handelt, was uns aber eigentlich nur noch neugieriger machte (bei über 1.000 FP mitten in der Stadt).

GC2TJKV Secret Door gestaltete sich dann als einfacher kleiner Tradi, den man schön mitnehmen kann. Und zugegeben, IRGENDWO würde dieser Cache sicherlich keine 1.000 FP bekommen. Aber die ganze Atmosphäre dieser Stadt, dieser Gasse und auch des so offensichtlichen Versteckes, treibt einen letztlich doch dazu an, auch ein blaues Schleifchen dort zu lassen

Mit dem ersten Fund im Rücken starteten wir unseren Rundgang, begleitet von dem tollen Multi GC20CWF De rosse buurt / The red light district. Von Station zu Station schlenderten wir durch die City und gewannen viele tolle Eindrücke. Eigentlich kann man den Rundgang gerne 2x machen – 1x um zu cachen und 1x um zu „erleben“. Die Aufgaben des Multi sind relativ einfach zu lösen, man wird durch China Town und natürlich auch das „Red Light District“ geführt. An der einen oder anderen Stelle sollte man dann den Foto tief in seiner Jackentasche verstecken…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach den schönen 8 Stationen wurde es Zeit für ein kleines Sit-In. Zur Berechnung der Zielkoordinaten gönnten wir uns ein schönes, holländisches Bier im DWAZE ZAKEN. Lecker!!

Das die Zielkoordinaten aufgrund eines Rechenfehlers nicht stimmten, sollten wir hier noch nicht merken. Das Final fanden wir dann tatsächlich nicht 😦 Aber Dank unseres Ehrgeizes und der Hilfsbereitschaft des owners BIEGSTRA konnte die richtigen Koordinaten spät abends doch noch ermittelt werde. Die Suche am nächsten Tag gestaltete sich dann recht einfach und so rundete sich unser Amsterdam Besuch zu einem vollen Erfolg.

Also – jeder, der mit dem Gedanken spielt mal nach Amsterdam zu fahren – ES LOHNT SICH!!

 

 

Prora – Ein Mega Event an historischer Stätte

Prora – ein in der Nazi-Zeit geplantes Seebad auf Rügen, in dem bis zu 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen sollten… Auf den ersten Blick also nicht dieser naturverbundene Ort, an dem sich alle Cacher, aufgrund der ausserordentlichen Naturschönheit wohlfühlen würden. 4,5 KM lang zieht sich ein „Betonkoloss“ an einem eigentlich wunderschönen Küstenabschnitt Rügens und macht diesen schlagartig hässlich. Betonkoloss ist dann aber gleich das richtige Stichwort. Ja, das Gebilde sieht aus wie ein Betonbau. Es wurde immer getuschelt, dass man ihn genau deswegen nicht entfernen könne (selbst eine Sprengung wäre nur schwer möglich!). Dass dies gar nicht stimmt, ist aber eine der vielen Erkenntnisse und Informationen, die wir auf dem Event sammeln konnten.

Interessanterweise wurde fast ein kompletter Block (der am nächsten an Binz lag) nach seiner Stilllegung fast vollständig durch die Bevölkerung Stein für Stein (unrechtmäßig) abgebaut. Was hat man damit gemacht? Häuser gebaut! In Binz stehen einige Häuser, die wohl ausschließlich mit „Prora-Steinen“ erbaut wurden. Dem ganzen Spektakel wurde dann aber ein Ende gesetzt, als der erste Dieb beim Steineklau tödlich verletzt wurde. Von diesem Block sieht man heute allerdings nichts mehr, da man diesen komplett entsorgt hat.

Über die restliche Anlage gab es lange Diskussionen und man war sich nicht sicher, ob man alles abreissen solle oder als geschichtliche Erinnerung stehen lassen soll. Für Letzteres entschied man sich und nachdem jahrelang nichts passierte, konnte sich inzwischen in einem Teilblock eine Jugendherberge (Film) etablieren. In den noch verlassenen Blocks gibt es wohl auch einige Lost-Places, aber psst…

So reiste ich mit meinem Junior Cacher am Freitag, den 30.08. an. Auf der Tour dorthin verpassten wir es nicht, in der Nähe von Rostock an einem traumhaften TB-Hotel anzuhalten. Der TB „Am Strom“ (GC2P6MK) ist ein toll installiertes und geführtes Hotel mit tollen Zimmern, einer intelligenten Aufteilung und wirklich ausreichend Platz für Reisende. Ein Cache, der Erwachsene wie Kinder gleichmäßig begeistern dürfte und auch als schneller drive-in zu absolvieren. Am liebsten bebildere ich meine Berichte, aber an dieser Stelle wäre es wirklich zu schade, euch diesen Spaß zu nehmen. Ich werde einen 2. Bericht zu Prora schreiben, der dann ausschließlich alle Bider enthält. Da könnt ihr, wenn eure Neugierde mit euch durchgeht, gerne reinschauen.

Auf Rügen angekommen meldeten wir uns zuerst mal an. Es war alles super organisiert und hatte keinesfalls die Anmutung einer Generalprobe! Das Gelände war super weitläufig und wir haben uns da schon geärgert, nicht mit Zelt unterwegs zu sein, sondern ein Zimmer gemietet zu haben. Als Event-Geschenk gab es dann die bestellte Coin, Infobroschüren, einen Aufkleber, Kugelschreiber und ein Lenyard mit Namensschild. Zu den Broschüren gehörte noch ein ausgedachtes Spiel. Ein Cacher-Bingo! Hier wurden diverse Parameter von Cachern abgefragt, die sie schon erlebt haben. So musste man z.B. einen Cacher finden, der seine T/D Matrix  komplett hat. Dieser signierte dann das Feld auf dem Bingoschein. Dann suchte man den nächsten, der ein weiteres Feld abhaken sollte. Was sich auf den ersten Blick als „Naja“ anfühlte, entpuppte sich schnell als perfekte Idee, um mit anderen in Kontakt zu kommen. Bei uns dauerte es keine 5 Minuten bis mein Sohn das Highlight einer Cachergruppe wurde, die unbedingt einen Cache-Rookie suchten, der erst 2013 mit einem eigenen Account angefangen hat. Tolle Idee!

Nach der ersten Orientierungphase auf dem Gelände endete der erste Tag mit einer geführten Nachtwanderung am Strand, die ein schönes Lagerfeuer mit Stockbrot als Ziel hatte. Mehr als 100 Leute liefen mit. Das Taschenlampenmeer am Strand sah schon imposant aus. An der Lagerfeuerstelle angekommen saßen wir im Sand, machten Stockbrot und lauschten noch einer gelesenen Geschichte über den Riesen von Rügen. Zum Schluß gingen wir quer durch das verlassenen Proragelände zu unserem Auto und machten uns auf den Heimweg.

Der nächste Tag begann für uns erst einmal mit caching. Neben dem Event als Hauptattraktion wollten wir natürlich die Eventcaches machen, die rund um das Event verteilt waren. Am Ende sollte ein WIG alle Hinweise aus den einzlnen Caches verbinden und einen tollen Super-Super Bonus ergeben. Neben dieser Motivation stand dann auch noch ein eigenes Minijubiläum an, unser 900ter. Gleich beim ersten Cache trafen wir Cacher, mit denen wir gemeinsam fündig wurden. Wir konnten besser suchen, sie konnten besser klettern 🙂 Nach dem ersten folgten weitere Caches und so war es nicht verwunderlich, dass wir sie bei der übernächsten Station wieder antrafen und ab da gemeinsam gingen. So hatten wir neue Cacher kennengelernt und eine kurzweilige Wanderung mit vielen weiteren Caches.  Um ehrlich zu sein, braucht man bei einem Mega-Event eigentlich gar kein GPS mitnehmen. Stehen mehr als 4 Leute an einem Fleck, verbirgt sich dort sicherlich ein Cache. D.h. wer seine Ruhe haben will und jeden Cache alleine entdecken möchte, der sollte lieber nicht an einem Mega-Wochenende im Umkreis von 10KM losziehen. Wir fanden es mal eine nette Erfahrung, haben unglaublich viele, interessante Menschen kennengelernt und hatten den einen oder anderen Cache sicherlich schneller oder überhaupt durch die entstandene Gruppe gemeistert.

Nach der ausgiebigen Cachertour sind wir zurück zum Eventgelände. Hier gab es auch noch viel zu sehen. Einige Coinshops mussten abgeklappert werden und zu einem Rundgang hatten wir uns auch noch angemeldet. Die Organisation der Fress- und Trinkmeile war gut, könnte beim nächsten mal aber auch gerne etwas größer ausfallen. Genauso sehen wir das bei den Shops und Ständen. Hier war in Berlin (Bericht) deutlich mehr geboten, allerdings waren dort auch doppelt so viele Leute. Am Strand sitzend verschnauften wir bei einem Stück Kuchen und Kaffee und schmiedeten Pläne für den weiteren Tag.

Als erstes ging es mal zur Shoppingmeile. Coin, Coins, Coins…

Danach schauten wir uns noch ein bißchen um und warteten auf die Führung, die im Rahmen des Events angeboten wurde. Auch hier muss man sagen, dass alles super geklappt hat: Voranmeldung, Anmeldung, Teilnahme. Während der Führung konnten wir noch sehr viele Informationen sammeln, die wir so nicht wussten:

– ein Block wurde inzwischen privat erworben und wird jetzt mit Eigentumswohnungen verbaut. (Whg. kosten grob zwischen 100.000€ – 300.000€)
– die Blöcke wurden ursprünglich für 100.000€ – 200.000€ erstmalig verkauft. Heute liegen sie gerne bei 1 Mio.€
– durch die damalige schnelle Bauphase sind wohl einige Dinge doch nicht ganz so stabil gebaut worden. So steht in den Kellern heute überall Wasser
– jedes Fenster bedeutet 1 Zimmer, alle Zimmer hatten Meerblick
– riesige Gemeinschaftsräume und Nasszellen wurden gebaut, um den uniformen Urlaub effektiv zu gestalten
– wahrscheinlich waren Kinder im Urlaub nicht vorgesehen (sieht man an Zimmergröße und Tagesablaufplan)
– der Tagesablaufplan (eine Kopie wurde rumgereicht) wurde beherrscht von Terminen, Informationsveranstaltungen und Essen (was man davon halten soll, kann sich jeder selber überlegen)

So wurde diese Führung für alle Interessierten zu einer guten Informationsquelle. Übrigens, meinem 12jährigen Sohn ging es zwar etwas zu lange, aber es ist Wahnsinn, wie sehr er beeindruckt war und was er sich alles merken konnte.

Auf der Suche nach weiteren Caches verirrten wir uns dann auf dem Gelände. Keine Frage, es war eindeutig, wohin das iPhone zeigte. Mit ein paar anderen unserer Zunft zogen wir dann lass, um noch einen weiteren Punkt zu sammeln. Aber ehrlich, all das stand heute absolut im Hintergrund. Nette Gespräche, gemeinsame Wege und lustige Erlebnisse überstrahlten das Ereignis. Übrigens, der Cache wurde hier nicht gefunden…

Ich muss sagen, der Tag war rund, aber anstrengend. Die Orga hat alles gut gemeistert und ich denke, das war mehr als nur eine Generalprobe!! Aus dem Abendprogramm haben wir uns ausgeklinkt. Die auftretende Band soll wohl gut gewesen sein, aber wir haben unser Zimmer mit TV vorgezogen. Der nächste Tag stand eigentlich nur noch unter dem Motto „gemütliches heimfahren“! Doch wie so oft, kommt es ja anders und zweitens als man denkt. Super nette Cacherkollegen, die auch in unserem Haus übernachteten, erzählten uns erst von dem ganz in der Nähe neu aufgebauten „BAUMWIPFELPFAD“ mit dazugehörigem Cache (GC4JHQV) und hatten völlig überraschend  auch noch einen entscheidenden Tipp für den Super Bonus „Ein riesen Stück Prora“ (GC44466). Mit T5/D5 eine Wertung, die wir in unserer Sammlung natürlich noch nicht verzeichnen konnten!

Aber der Reihe nach – mit dem Tipp ausgestattet zogen wir los. Eigentlich sollte es nun kein grosses Ding mehr sein. Aber am Final angekommen, suchten dort schon etwa 10 Leute. Das hat uns jetzt auch nicht überrascht und dank des Tipps sollte es jetzt schnell gehen. Hmm, war aber nix!! Lange suchten wir gemeinsam, bis eine entnervte Dame, die die ganze Zeit den Männer auf allen Vieren zugeschaut hat, unter die … krabbelte, um nach 30 Sekunden emotionslos „hab ihn“ rief. Das gibt es nicht. Die Gesichter von uns hättet ihr sehen sollen. Der ersten Schockstarre wich aber bei allen ein freudiges Grinsen und ein mächtiges Schulterklopfen. Aus Spoilergründen verzichte ich hier lieber auf Bilder 🙂

Danach ging es gut gelaunt zum Baumwipfelpfad, den wir zuerst über das neue Ungetüm bezwangen. Danach die ganze Nummer noch einmal durch den Wald zum Cache. Fairerweise muss ich sagen, dass mein Sohn erstmalig in seinem Leben freiwillig unten im Museum blieb und ich alleine hochstapfte… Beide Wege waren ein Erlebnis, insbesondere der gebaute Pfad. Eine tolle Idee, nichts für Höhenängstler, aber mit grandioser Aussicht!!

Auch tolle Wochenenden haben mal ein Ende. So wie dieser Bericht vom Mega-Event in Prora. Wir werden nächstes Jahr auf alle Fälle wiederkommen!! Und auf der Heimfahrt gab es dann doch noch ein kleines (grosses) Highlight.

Das größte Logbuch Mecklenburg-Vorpommerns (GC4HDD3)

Diese und weitere Bilder werde ich bald noch einmal komplett als Diashow in meinem Blog veröffentlichen. Dann aber mit allen Spoilerbildern. Also nicht für JEDEN 🙂