2016 – Ein besonderes Jahr

Es ist schon wieder lange her, dass ich mich hier melde. Eigentlich hatte ich vor, viel regelmäßiger zu bloggen. Warum das immer schwieriger wird, hat natürlich seine Gründe. Als ich anfing zu bloggen, war ich (freizeittechnisch) Geocacher. Nutzte meine Zeit, um bei schönem Wetter rauszugehen und zu cachen. War das Wetter schlecht, wurden wetterunabhängigere Caches gemacht, „?“ gelöst oder RICHTIG: über Erlebtes berichtet.

Was hat sich daran geändert? Seit 2014 bin ich auch unter die Cacheowner gegangen. Dabei unternahm ich die ersten Gehversuche mit einfachen Caches in der Nähe, danach mit immer noch einfachen, aber kleineren Runden. Hier konnte ich viele Erfahrungen sammeln und die sowohl positiver wie negativer Art waren. Und natürlich wurde die Zeit zum Bloggen weniger!

Im Spätsommer / Herbst 2015 erfuhr ich dann, dass in meiner direkten Homezone ein Geocaching-Projekt durch das Stadtmarketing initiiert werden sollte. Schnell kam man darauf, einen Cacher vor Ort anzusprechen, um sich auszutauschen. Nach dem ersten Austausch stand wohl fest, dass ich dass ambitionierte Projekt gerne übernehmen kann und werde. Das ist dann der 2. Grund, warum ich in 2016 quasi gar keine Zeit zum Bloggen hatte.

Ende 2015 wurde recht schnell die grobe Idee entwickelt, was man sich in und für die Stadt Kellinghusen vorstellen könne. Es sollte eine Cache-Reihe werden, die 10 Geocaches verschiedener Typen beinhaltet, möglichst nicht zu schwierig, aber auch nicht nur irgendwelche Filmdosen unter Steinen… So gingen meine Planungen ins Detail:

  • Orte suchen
  • Cachetypen zum Ort auswählen
  • Rätsel überlegen
  • Listings schreiben
  • Reviewer ins Boot holen
  • Passende Verstecke basteln und / oder kaufen
  • Koordinaten einmessen, mehrfach Einmessen und wieder verwerfen

Das Ganze dauerte ca. 2-3 Monate, bis das grobe Gerüst stand. Dann ging es los… Im Detail liegt ja häufig der Hase begraben. „Genehmigungen“ hieß das Zauberwort, da ich wie gesagt nicht nur „karo-einfache“ Verstecke wollte. Nach den Genehmigungen kamen die Unterstützungsmaßnahmen, die ich von der Stadt brauchte (z.B. vom städtischen Bauhof). Auch die optische Gestaltungen mit Stadtwappen etc. konnte ich nicht einfach mal so machen, wie mir das gerade einfiel, sondern musste alles sauber per Nutzungsgenehmigungen, Bildrechte etc. i.d.R. über das Stadtmarketing eingeholt werden. Und genau in diesen Details verschwanden dann gut 6 Monate. So wurde Kellinghusen z.B. Opfer des Platzregens 2016 und der Bauhof hatte genau an dem vereinbarten Tage natürlich Wichtigeres zu tun, als Caches für mich aufzustellen. Bei geplanten und aus meiner Sicht völlig problemlosen Cachefinals benötigte ich auf einmal Genehmigungen von Architekten… Ein guter Name für die ganze Runde wurde schließlich auch noch gesucht und dann nach vielen Runden auch gefunden –> „Kellinghusen-Route“

All diese Tätigkeiten verschlangen viel Zeit und man konnte nix sehen, von dem, was es mal werden sollte.

Aber dann kamen wir allmählich an die ersten Umsetzungen. Im Mai 2016 konnten die ersten 3 „Kellinghusen-Routen“ gepublished werden. Jeweils ein Tradi, Multi, Hysterie:

#1 – Angeln im Hafen
#2 – Kleiner Stadtrundgang
#3 – Sportliches Kellinghusen

Da wir uns dazu entschieden hatten, die 10 Caches in 3er Schritten zu veröffentlichen, so dass nicht gleich zu Anfang alle eventl. auftretenden Probleme gleichzeitig auf mich einströmen würden, überlegte ich mir gleichzeitig, ein gewisses „Belohnungs-“ oder „Anreizsystem“ zu schaffen. Durch das Lösen der ersten 3 Caches ist man also (durch Merken von Bonuszahlen) in der Lage in Cache #3 eine kleine Schatulle zu öffnen, in der eine Belohnung für die erste geschaffte Etappe liegt (für jeden eine „Kellinghusen-Route-Holzcoin“).

 

Geradezu euphorisiert von dem Publishing und den ersten guten Rückmeldungen schwang ich mich auf zu den nächsten 3 Caches. Hier kämpfte ich dann mit alpenvorstellbaren Hürden des Cache-Publishens 🙂 Abgesehenvon dem oben beschrieben Procedere der Listings, des Einmessens etc. untersagte mir der Reviewer das Verwenden von „placespotting.com“. Habe ich zwar schon tausendfach benutzt bei anderen Caches, aber ich durfte nicht. Okay, Ersatzlösung gefunden. Geplante und zum Test bereits installierte Finals wurden dann gerne auch mal von Vögeln als Basis für den Nestbau benutzt. Okay, Ersatzorte gefunden. Und bereits überworfene Bastelideen sollten wieder aufleben, obwohl die dafür notwendigen Baumaterialien inzwischen gar nicht mehr vorhanden waren.

Alles in Allem führte das Ganze allerdings nicht zur Aufgabe des Projektes, sondern lediglich zu erstaunten Fragen meiner Friseuse, wie man so schnell ergrauen kann… Ende Juni war es dann wieder so weit und die zweite Etappe wurde gepublished. Ein Mysterie, ein Multi und ein Tradi.

#4 – Grosses Bildersuchen
#5 – Türmetour
#6 – Kellinghusener Fayencen

Besonderer Stolz dieser ersten 6 Caches ist sicherlich unsere #6, für den wir nicht nur sehr viele Leute der Stadt einbinden mussten, sondern der auch optisch ein echter Hingucker geworden ist! Der gleichen Idee wie oben folgend, belohnen wir hier natürlich auch wieder die Finder der ersten 6 Kellinghusen-Routen – diesmal mit einem exklusiven, gelaserten Token.

Jetzt war also Endspurt angesagt. Klar, dass sich auch hier ein Reviewer wieder etwas „Originelles“ hat einfallen lassen und den benutzten Besucherzähler von flagcounter.com bemängelte. Aha, hier gibt es Werbebanner auf der Website und das wollen wir natürlich nicht. Hm, dafür nutzen den aber viele… Ein Endspurt zeichnet sich häufig ja auch dadurch aus, dass einem die Puste ausgeht und um dem vorzubeugen, überlegt ich schon die ganze Zeit, wie ein „Super-Bonus“ einer solchen Tour aussehen könnte. Aber zuerst kamen die nächsten 3 Caches: 2 Tradis und eine Letterbox sollten es sein. Das ging auch alles erstaunlicherweise schnell. Die beiden Tradis waren gar kein Problem – gut mal abgesehen davon, dass mir bei einem die Dose 3x geklaut wurde, bevor ich veröffentlichen konnte. Boah – hier hat wohl jemand konkret was gegen diesen Cache. Bei der Letterbox musste ich selber erst einmal nachlesen, wie da so die Groundspeak-Bestimmungen sind, sollte sie doch meine erste werden. Parallel wurden Stempel gestaltet und produziert. Ich hatte meiner Meinung nach die „Spielregeln“ für Letterboxen gut verstanden. Hier kommt es wohl weniger auf das GPS-Gerät an, sondern eher auf Wegbeschreibungen ggf. Skizzen, so wie man es früher von den Schnitzeljagden kennt. lediglich einmal solle das GPS benutzt werden müssen. Aha, Okay, dann nehmen wir mal den Parkplatz als Koordinaten, die mit Handy oder GPS gefunden werden muss und danach geht es mit einem tollen Plan auf einen Rundkurs, mit Fragen zum Wanderweg und einem sich aus dem Rätsel ergebenden Final. Tolle Idee, oder? Fanden eigentlich alle, bis auf den Reviewer, der mir dann wiederum sagte, dass das Auffinden des Parkplatzes keine ausreichende GPS-Beteiligung an diesem Spiel wäre 😦 Aber inzwischen war ich von Rückschlägen solcher Art abgehärtet, wunderte mich schon fast, wenn mal kein „Ja, aber…“ kam.

Somit standen die Caches #7-#9 und ich konnte mich voll und ganz dem Super-Bonus widmen.

#7 – Störbrücke
#8 – Waldlehrpfad
#9 – Waldruhe

Jetzt, wie gesagt, noch der Bonus. Die Idee der Belohnungen sollte natürlich unbedingt wieder aufgegriffen werden und so entstand schnell die Idee, einer exklusiven „Kellinghusen-Coin“. Limitiert auf 50 Stück, die man erhält, wenn man aus allen Caches die Bonuszahlen gesammelt hat und damit den Super-Bonus gefunden hat. Bei der Gestaltung hat uns dann LASER ON TOP maßgeblich unterstützt und auch die Produktion übernommen.

Der Cache selber sollte natürlich „leicht“ auffindbar sein, denn ich finde nichts frustrierender, als eine Reihe an Caches zu absolvieren und den verdienten Bonus nicht zu finden. Der Weg dahin darf aber gerne etwas ungewöhnlich sein. All diese Zutaten in einen Topf und schwupps, war der Cache fertig. Die Location war auch klar, alle Genehmigungen lagen vor und beim Reviewer sollte es auch keine Probleme geben, da es aus Reviewersicht keine besonderen Dinge zu beachten gab. So war es dann auch, bis auf eine Kleinigkeit: EIN ABSTANDSPROBLEM!!! Nachdem ich schon für andere Caches dieser Reihe befreundete Cacher um Mithilfe in Form von Cacheumlegungen gebeten hatte, lag hier das Final eines Multis, der sage und schreibe 25km entfernt liegt. Bääämmm – und dieser Cache war der Einzige, bei dem es darauf ankam, genau hier zu liegen und die Vorarbeiten zum Listing waren auch nicht ganz ohne Aufwand gewesen und mit der Aufgabe dieser Location hätte ich einfach bei NULL anfangen können 😦

Jetzt war also erstens der komplette Zeitplan im Ar… und zweitens eine homezone-übergreifende Kooperation mit dem Owner des anderen Caches von Nöten. Langes Jammern hin, nicht-augenfreies Schimpfen her, mit unzähligen Versuchen konnte das Final des Multis so neu vermessen werden, dass die Attraktivität des Caches nicht gelitten hat und mein geplantes Final installiert werden konnte.

Genau an dieser Stelle ist jetzt der Platz den vielen Helfern zu danken, für Listingslesen, Cachebehausungen bauen, Beta-Testen, Cache-Umlegen, Koordinaten Einmessen und nochmal einmessen, Tipps geben, noch bessere Tipps geben und letztlich auch an alle Beteiligten der Stadt Kellinghusen, ohne die das Ganze hier nicht möglich gewesen wäre.

#10 – SuperBonus

Wir schrieben also den 12.09.2016, an dem Kanne&Siki auf den sagenumwobenen „PUBLISH“-Knopf drückten, um den finalen Startschuss für die vollendete Kellinghusen-Route zu geben. Das waren genau 11 Monate, nachdem die Idee geboren wurde, aber ich denke, die Logeinträge zeigen, dass die meisten zufrieden sind mit dieser Runde durch Kellinghusen. Dass sich die Aufwände gelohnt haben, zeigen knapp 300 Favoritenpunkte in durchschnittlich gut einem halben Jahr und einer FP-Quote von derzeit noch über 90% beim Super-Bonus. Das sind dann die Rückmeldungen, die einem den Aufwand, den man betrieben hat, versüssen.

In 2017 freue ich mich schon wieder auf mehr Zeit für eigene Cachertouren. Dann vielleicht auch mit mehr Berichten auf meinem Blog. In der Hoffnung darauf, dass sowohl Cacher, als auch Nichtraucher in Zukunft etwas wohlwollender mit unserer Kellinghusen-Route umgehen. Die Wartung birgt nach wie vor hohes Frustpotenzial, da es mir immer wieder unerklärlich ist, was Leute mit Besenstiele, Schlüssel für Schlösser, die sie dann aber hängen lassen, Plastikdosen etc. anfangen wollen. Die schönen Momente überwiegen jedoch!

Für alle Interessierten gibt es hier noch eine kleine Kurzbeschreibung und Übersicht aller Kellinghusen-Routen:

 

Kurzzusammenfassung

 

…und eine kleine aktuelle Statistik

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3 Kommentare zu “2016 – Ein besonderes Jahr

  1. Klasse Bericht und toll mal wieder was von deiner wirklich aktiven Caching Aktivität zu hören.
    Das hätten wir wohl beide 2012 nicht gedacht, als ich dir damals vom Geocaching erzählt habe. Aber du warst damals ja schon Feuer und Flamme.

    Da bekommt man ja richtig Lust deine Caches auch mal zu probieren.

    Mach weiter so und bis bald.

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